Mark Egan
      

 

 

 

 
     




Einer der wichtigsten E-Bassisten des zeitgenössischen Jazz, Mark Egan, zeichnete sich während der letzten 30 Jahre als gefragter Sessionmusiker, geschätzter Bandmusiker, produktiver Komponist und respektierter selbständiger Bandleader aus. 
 Auf dem Album Truth Be Told feiert Egan die Wiedervereinigung mit seinen langjährigen Kollegen Mitch Forman (Keyboards), Bill Evans (Saxophone) und Roger Squitero (Percussion). Das kraftvoll dynamische Quartett wird von dem außergewöhnlichen Schlagzeuger Vinnie Colaiuta angeheizt, der sein beachtenswertes Spiel in Funk-Fusion-Stücken wie “Gargoyle” und “Café Risque”, dem Up-Tempo-Burner “Rhyme or Reason”, dem aggressiven “Pepe” mit Mahavishnu-Anklängen und dem einschlagenden Titelstück zum Tragen bringt.

Während Egan seit seiner Zeit mit der Pat Metheny Group (1977-1980) für seine auffallend melodische Arbeit auf dem bundlosen Bass Beachtung fand, präsentiert das Groove-orientierte Album Truth Be Told einen anderen Aspekt seines Spiels, der normalerweise nicht mit ihm in Verbindung gebracht wird. "Bevor ich mich der Pat Metheny Group anschloss, spielte ich vor allem R&B in New York, live und auch in den Studios", erinnert er sich. „Als ich das erste Mal nach New York kam, war ich Bassist und Gründungsmitglied der 24th Street Band, einer Progressive-Groove-Band mit Steve Jordan an den Drums, Hiram Bullock an der Gitarre und Clifford Carter an den Keyboards. Zu dieser Zeit konzentrierte ich mich nicht auf den bundlosen Bass und wurde stark beeinflusst von Gruppen wie Weather Report, Miles Davis, The Brecker Brothers, David Sanborn, Stuff und allem, was Mitte der Siebziger in New York ablief. Und ich hatte starke Wurzeln im Funk, noch von meinem Studium an der Universität Miami bei Jaco Pastorius, der mich mit großen Groove-Bassisten, wie Bernard Odom von Maceo and the Kings Men, Bootsy Collins von James Brown and James Jamerson, der Bassist bei den meisten klassischen Motown-Aufnahmen war, bekannt machte. Das ist also ein großer Teil meiner Vorgeschichte, obwohl einige das nicht wissen."  Egan offenbart eine weitere Motivation dafür, sich auf Truth Be Told mehr mit Funk und Fusion beschäftigen zu wol-len. „Da ich wusste, welches Potential Vinnie bei der Session bietet, wollte ich mehr Groove-orientierte Musik mit einem progressiven Ansatz aufnehmen. Also schrieb ich mit ihm im Hinterkopf und schuf so einige rhythmische Vamps am Ende bestimmter Stücke, die Vinnie wirklich ausarbeiten konnte. Und er machte einen Mordsjob!“   Colaiuta trommelt entfesselt-furios im Anhang des eindringlichen Jamming-Vehikels “Blue Launch” und auch in dem kraftvoll dynamischen “Rhyme or Reason” mit einem zündenden Tenorsaxophon-Drum-Breakdown mit Bill Evans, der das Stück hebt. An anderer Stelle zündet Colaiuta das aggressive ungerade-getaktete "Pepe" mit seinem gela-denen Spiel, trommelt mit Autorität in dem funkigen Titelstück und groovt gekonnt den souligen Stuff-beeinflussten Opener “Frog Legs” sowie auch das hochsynkopische “Café Risque.” Egan fügt hinzu: „Ich wollte auch sicherstellen, dass ich in diesen Kompositionen eine Menge Spielraum für Bill und Mitch habe, die großartige Solisten sind, und dabei auch Raum für meine Bass-Soli und Groove-Wechselspiele lasse.“

Es gelingt ihm in jedem Fall, er schafft Musik, die randvoll von anspruchsvollen, sorgfältig ausgeführten Themen und dennoch voller drängender, umwerfender freier Soli ist. Evans zeichnet sich durchweg mit typischen erfrischenden Soli auf dem Tenor- und dem Sopransaxophon aus, während Forman geschickt zwischen Piano, Fender Rhodes und Synthesizer wechselt, um Myriaden von Farben, Strukturen und durchdachten Orchestrierungen sowie auch einige eigene heiße Soli beizutragen. Egan groovt durchgängig machtvoll auf dem bundierten Bass, während sein charakteristischer bundloser Bass mit singenden Tönen in dem sanften “See Saw” im Elements-Stil, der romanti-schen Mitch-Forman-Ballade “Shadow Play,” dem lyrischen “Blue Rain” und dem introspektiven, indisch-angehauchten Abschlussstück “After Thought” erklingt.    "Der Gesamtklang dieser Platte kommt eher von einem elektrischen Miles Davis/Weather Report-Standpunkt", meint Egan." Es gibt hier eine sehr viel aggressivere Haltung und das ist, was wir suchen." Ich wollte in diesem Projekt keinerlei Schranken setzen, denn jeder der Musiker ist für sich ein unglaublich talentierter Solist und Leader. Ich wollte Bill, Vinnie und Mitch einfach spielen sehen und die Stücke dort ankommen lassen, wohin sie gehen." Und sie spielen ungestraft und hinreißend auf diesem phantastischen Exkurs, dem jüngsten Triumph in der sich ständig ent-wickelnden Karriere des großartigen Bassisten und Komponisten.  Der typische Sound von Egans bundlosem Bass ziert zahllose Jazz- und Pop-Alben sowie auch preisgekrönte Film- und Fernseh-Soundtracks. Er war Gründungsmitglied der Pat Metheny Group und spielte auf Mehrfach-Platin-Alben von Sting, Arcadia und Joan Osborne und machte auch Aufnahmen mit einer Vielzahl von Künstlern, von Popstars wie Roger Daltry, Sophie B. Hawkins, Marianne Faithfull, Judy Collins, Cyndi Lauper und Art Garfunkel bis zu Jazz-Größen wie David Sanborn, John McLaughlin, Gato Barbieri, Pat Martino, Jim Hall, Mark Murphy und Larry Coryell. Egan war 13 Jahre Mitglied des Gil Evans Orchestra und kann auch sieben Alben als Leader und dann als Co-Leader von Elements, der Band, die er 1982 mit seinem Band-Kollegen aus der Pat Metheny Group, dem Schlag-zeuger Danny Gottlieb, gründete, vorweisen. Truth Be Told ist seine fünfte Veröffentlichung auf seinem eigenen Label Wavetone Records (einschließlich Freedom Town von 2001, As We Speak von 2006, Neuauflagen seines Meilensteins Mosaic von 1985 und Beyond Words von 1993).

 

     
09.April.2010
Mark Egan
Truth Be Told
mehr >>

Home | New Releases | Catalog | Artists | Tourdates | Distribution | Contact                 verwaltung